Familie Erde

Bazillen

2019-05-06

Perspektivwechsel: wir sind die Patientin. Wir sind schwerst krank, aber da m├╝ssen wir durch. Wir sind ├╝ber und ├╝ber besiedelt von entsetzlich hartn├Ąckigen Bazillen.

Sie fingen an, ├╝berall die Haut zu bedecken, so dass wir nur noch durch die Lungen Luft bekamen. Sp├Ąter haben sie die Lungen befallen und f├╝r ihre Zwecke umgebaut. Sie bohrten sich in unsere Haut und holten energiereiche Stoffe an die Oberfl├Ąche, die sie verbrannten oder f├╝r ihren Stoffwechsel nutzen.

Wenig sp├Ąter verschmutzten sie alles mit ihren Abbauprodukten. Und es wurden immer mehr hochgiftige, langlebige Stoffe, die sie absonderten.

Schon schien es, als w├╝rde uns der immer heftigere Befall komplett den Garaus machen, aber das stimmte nicht. Tief im Inneren haben wir noch viel Substanz, und die wird f├╝r das Fieber reichen, mit dem wir uns von diesen schrecklichen Bazillen befreien werden.

Einen kurzen Moment lang schien es, als w├╝rden sie sich strategisch anpassen k├Ânnen und daher aufh├Âren, ihre Wirtin zu zerst├Âren. Doch schon sehr bald stellte sich heraus, dass es ihre ureigenste Art ist, sich ohne R├╝cksicht auf m├Âgliche Folgen immer weiter auszubreiten. Sie k├Ânnen nicht anders und werden wegen dieser Art auch untergehen, wenn erst das Fieber einsetzt. Gemessen haben sie bereits einen leichten Anstieg der Temperatur und sie wissen, dass dieser nicht die 2 Grad ├╝bersteigen darf, sonst gef├Ąhrden sie ihre Existenzgrundlage.

Seitdem sie wissen, dass sie sich selbst gef├Ąhrden, haben sie nichts wesentliches unternommen, um ihre Wirtin und damit auch sich selbst zu retten. Es ist daher nicht n├Âtig, Mitleid mit ihnen zu haben: sie sind Bazillen und sie werden vernichtet, damit es uns wieder gut geht.

Wer wir sind? Diese alte Bekannte hier:

Erde von Apollo 17 aus gesehen

Auch die Bazillen sind alte Bekannte. Sie haben sich sogar selbst einen Namen gegeben: Homo sapiens. Wie l├Ącherlich!

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