Familie Erde

Ein anderes Leben

2016-11-30

Was w√§re, wenn wir uns nicht schon morgens √ľber die Schlechtigkeit der Welt aufregen m√ľssten, von der uns die Zeitungen berichten?

Wie w√§re es, wenn wir die Welt nach dem beurteilen m√ľssten, was wir mit eigenen Augen sehen, und wie w√§re es, wenn wir das, was wir mit eigenen Augen sehen, nicht in Schubladen einteilen w√ľrden, die uns die Medien im Kopf eingerichtet haben?

Wie w√§re es, wenn wir frei und ohne Angst auf den N√§chsten zugehen k√∂nnten, auch wenn wir ihn gar nicht kennen, und wie w√ľrde dieser reagieren, wenn er sich von uns angenommen f√ľhlte?

Wir k√∂nnten im Paradies leben, zumindest wir Menschen in den L√§ndern, die eine ausreichendes Einkommen f√ľr alle sicherstellen k√∂nnen, auch wenn dies nicht durch eigene Arbeit zustande gekommen ist (so wie bei Hartz IV-Empf√§ngern und den Eignern gro√üer Kapitalbetr√§ge). Wer wenig verdient, sollte mit R√ľcksicht auf die eigene Zufriedenheit auch niedrige Anspr√ľche haben, und vor allem nicht daf√ľr schr√§g angesehen werden, dass er sich nicht so viel leisten kann. Aber er sollte genauso akzeptiert werden; vielleicht verbirgt sich ja hinter der schlichten Fassade ein sehr kultivierter Mensch. Und wenn nicht, hat er es noch lange nicht verdient, schlecht behandelt zu werden.

Was wäre wenn? Hätte, hätte, Fahrradkette. Unsere Welt ist leider nicht so. Weil wir nicht so sind. Die Welt besteht aus Menschen, und so wie die Menschen sind, ist auch die Welt.

Es ist (nicht w√§re!) den Versuch wert, einfach einmal anzunehmen, dass alle Menschen so wohlwollend w√§ren wie hier beschrieben, um dann selbst genau so wohlwollend Anderen gegen√ľbertreten zu k√∂nnen. Und ganz egal, ob diese tats√§chlich so sind: sie werden es uns danken, und vielleicht f√§rbt unser wohlwollendes Verhalten ja auf sie ab. Gut zu Anderen zu sein f√ľhrt nicht dazu, dass diese uns ausnutzen, sondern dazu, dass sie sich besser f√ľhlen, besser verhalten und uns wiederum besser begegnen. Um dies zu erkennen, braucht es keine Religion, sondern nur den Mut, einmal etwas mehr zu geben als was wir mit unserem zweifelnden Verstand zur√ľckzubekommen erwarten. Und nach kurzer Zeit wird die Welt besser und besser und besser‚Ķ

…bis wir wieder die Zeitung aufschlagen!

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